Bass-Saiten

Verschleiss

Jede Saite nutzt sich bei Gebrauch ab und verliert ihren Glanz in den Obertönen, die Saite klingt dumpf und matt, der Bass-Sound setzt sich nicht mehr durch, das Spielgefühl ist gummig. Die Ursache für dieses Problem liegt beim Handschweiss und den Hautpartikeln, die sich beim Spielen von den Fingern lösen. Der Handschweiss weist bei manchen Menschen schon beinahe "Säure"-Charakter auf, das heisst, nach einem Tag spielen sind die Saiten tot. Beides, Schweiss wie Hautpartikel lagern sich zwischen den Aussen-Wicklungen ab und hindern die Saite so am unbeschwerten Ausschwingen. Bass-Saiten haben also eine begrenzte Lebensdauer, und diese ist abhängig von der Beanspruchung der Saite, wie stark die Hautschweiss-Absonderung des Musikers ist, wie gut die Saiten gepflegt wurden und nicht zuletzt, wie oft man auf dem Instrument spielt. Manche Bassisten kochen ihre alten Drähte aus, andere legen sie in Sprit oder ähnlichen Chemikalien ein und verschliessen die Saiten vor der Öffentlichkeit, wiederum andere probieren es sogar mit Ultraschall. Der Zweck ist klar, man versucht, die Lebensdauer der Saiten zu verlänger, was einem tatsächlich auch gelingt, aber ganz frisch tönt die Saite nie mehr. Natürlich darf man auch die rein mechanische Abnutzung nicht vergessen, diese sind unwiderruflich und verändern das Schwingungsverhalten der Saite nicht wenig.

Bespielbarkeit

Die Bespielbarkeit ist eine sehr subjektive Angelegenheit, der eine mag lieber etwas dickere Drähte, der andere bevorzugt dünnere. Ebenfalls spielt es auch eine Rolle, welche Spiel-Technik und welchen Musikstil man bevorzugt. Für Tapping und Slapping nimmt man eher die dünneren, für das Plektrumspiel und die Zupftechnik eher die dickeren, eine individuelle Sache bleibt es aber so oder so. Die Spannung der Saite wird entscheidend von der Stärke des Saitenkerns beeinflusst, das heisst, je dicker der Kerndraht ist, desto höher wird die Saitenspannung und umgekehrt. Deshalb fühlen sich die verschiedene Bassmarken der gleichen Stärke auch so unterschiedlich an, aber dies gehört wohl auch zu den Firmengeheimnissen, die wohl behütet werden.

Der technische Aspekt

Jede Basssaite besteht aus Draht, der um einen runden oder sechseckigen Kern gewickelt wird. Der eckige Kern hat den Vorteil, dass die Umspinnungen besonders fest sitzen, dafür macht sich eine grossere Steifheit im Schwingungsverhalten bemerkbar. Der runde Kern schwingt schöner aus, dafür können sich die Umwicklungen schneller vom Kern "lösen" und die Saite so in die ewigen Jagdgründe befördern. Die zweite wichtige Einteilung erfolgt über die Legierung des Drahtes, aus welcher die Saiten hergestellt werden. Es gibt Saiten aus "Stainless Steel", also aus Stahl, und Saiten aus einer Nickellegierung. Für die Firmen stellt sich das Problem dar, einen Mittelweg zu finden zwischen den Eigenschaften der Legierungen, die dem Schwingungsverhalten zu gute kommen und der magnetischen Eigenschaft des Stahlsdrahtes, der sich zwischen den Pole-Pieces des Tonabnehmers bewegt und so den Basssound produziert.

Saiten-Historie

Bei den ersten E-Bässen griff man auf kontrabassähnliche Saiten zurück, kein geringerer als Mr. Fender gab einer amerikanischen Saitenfirma den Auftrag, sogenannte "Flatwound-Saiten" nach seinen Angaben zu produzieren. Diese Flatwounds produzierten den für die 60er-Jahre so typischen dumpfen Ton mit einem relativ dunklen Klangbild. Für Jahre war das der Sound schlechthin, die Hersteller wären nicht auf die Idee gekommen, eine andere Saite herzustellen. Erst Anfang der 70er-Jahre änderte sich das, als John Entwistle (The Who) und Chris Squire (Yes) mit ihrem brillanten und harten Sound eine neue Aera einläuteten. Dieser Sound wurde erst durch die sogenannten "Roundwound"-Saiten ermöglicht, konstruktionsbedingt kann diese Saite viel besser ausschwingen als ihr bis dato bekanntes Gegenstück. Eine sauber gearbeitete Roundwound kann weitaus mehr Obertöne übertragen, klingt brillant, knackig und mit viel Sustain. Wogegen die Flatwound dumpf, "rund", bauchig, aber doch eher flach - der Name deutet es an - herauskommt.Bis zum heutigen Tag sind die Roundwounds wohl die meistgespielten Saiten, obwohl es durchaus ein breiteres Angebot gäbe. Ein Mittelding zwischen Round- und Flatwound sind die Pressurewound- und Groundwound-Saiten (siehe Skizze). Experimentiert wurde auch mit Schrumpfschläuchen, die man über die Saiten stülpte oder mit Beschichtungen, die man mit der Oberfläche der Saite verband.

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