Kontrabassrecording-Tipps

Empfohlene Mikrofone

U-87, KM-89, U-47 (bright), C-414, C-451 (mellow). Wenn möglich sollte man Mikros mit Kugel-Charakteristik verwenden! Im Jazz-Bereich können auch dynamische Mikros (z.B. MD421, 441, RE-20) verwendet werden. Der Klang ist dann rund und nicht so crisp.

Plazierung der Mikrofone

In einem Abstand von 30 cm sucht man mit dem Ohr (anderes Ohr zuhalten) in der Nähe der F-Löcher einen "sweet spot", wo sich die Resonanzen nicht so stark auswirken. Die zwei F-Löcher können unterschiedlich klingen. Für Jazz-Aufnahmen wird z.B. ein Altec 21-B Kondensator-Mikro in die Brücke eingebaut oder ein AKG-451 im Abstand von 25 cm etwas oberhalb der Brücke aufgestellt. Der Klang ist dann weicher.

Stereomikrofonie

Man sucht sich zwei "sweet spots" und nimmt in Stereo auf. Vorsicht bei Phasenproblemen! Wenn sich beim Umschalten auf Mono der Pegel oder die Klangfarbe verändern, muß man die Position eines der beiden Mikros verstellen.

Zusätzliche Benutzung eines Pickups

Soll der Akustik-Bass in Mono aufgenommen werden, kann man die Signale von Mikrofon und Pickup mischen, das Verhältnis sollte man manuell regeln. Dabei sollte man auch testen, ob evt. eine Phasenumkehrung eines der beiden Signale mehr Bässe bringt. Bei Stereoaufnahme mischt man das Pickup-Signal in die Mitte der beiden Mikros.

Destruktiver Equalizer

Ein Akustik-Bass hat Resonanzen, die durch die drei Ausmaße entstehen. Diese machen sich nur im Nahbereich bemerkbar. Es werden dabei Frequenzen verstärkt, deren Wellenlänge viermal so groß wie diese Abstände sind (65Hz, 110Hz, 320Hz bei ca. 1,40m Höhe). Selbst der beste Bass entwickelt Resonanzen bis +3 oder +6 dB.

Der Klang hängt beim gezupften Bass davon ab, wo die Saite gespielt wird. Geschieht dies in der Mitte, werden ungradzahlige Obertöne bevorzugt. Die gradzahligen Obertöne kommen besser zur Geltung, wenn die Saite bei einem Viertel ihrer Länge angespielt wird. Geht man mehr zur Brücke, verschwindet der Grundton und die Obertöne werden gleichmäßig wiedergegeben. Um Resonanzen zu finden, läßt man den Bassisten halbtonweise auf- oder abwärts spielen.

Kompressor

Ein Kompressor sollte aus 3 Gründen eingesetzt werden:

  1. wegen der Resonanzen
  2. wegen zu hoher Dynamik (30dB)
  3. wegen zu wenig "Sustain" (Ausklingzeit)

Der Attack liegt zwischen 3-5 ms. Um die Attack-Zeit einzustellen, läßt man den Bassisten tiefe, laute Töne staccato spielen. Release: unter 0,5sec. Die Attackphase der nächsten Note darf nicht in die Releasezeit der vorigen geraten. Sie sollte so kurz wie möglich sein, ohne daß man zu viel Fingergeräusche, Dämpfungsgeräusche oder den Kompressor "atmen" hört. Ratio: 4:1. "Gain reduction" von 6 bis 10 dB in lauten Passagen ist völlig normal.

Equalizer

Eventuell kann man zwischen 600-800 Hz boosten, um einen nasalen Klang zu erhalten.

Einsatz von Reverb

Die Hallzeit sollte 0,5 - 2 sek. betragen, je nach Geschwindigkeit des Bassparts. Der Hall sollte ohne "pre-delay" eingesetzt werden. Er klingt dann so, als wäre er Teil der Note und verleiht dem Bass eine längere Ausklingzeit (sustain). Bereits ein Hall von 0,5 sek. Länge kann erfolgreich mechanische Geräusche verdecken. Eine Hallzeit von 1-2 sek. lässt den Bass glatt/lässig erscheinen, wenn man die Höhen aus dem FX-Signal rausnimmt. Ein "chamber", "room" oder "hall" Effekt mit einem kleinen "pre-delay stellt den Bass in einen Raum.

Effekte

  1. Delay Ein rhythmisch passendes Delay kann benutzt werden, allerding nicht unter 20 ms (um Kammfilter-Effekte zu vermeiden).
  2. Flanger Hier sollte die Geschwindigkeit (speed) auf "low" und die "depth" auf "high" (30%) gestellt werden. Ein interessanten Effekt erzielt man, wenn man den Bass durch die Bassdrum triggert (z.B. durch den Key-Eingang der Noise Gates, "gate walking bass"). Der Bass kann ungekehrt auch einen Synth-Bass triggern.

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Bass-Artikel Tontechnik

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