Fender Precision Bass

Der Precision Bass, verkürzt auch Precision oder P-Bass – in deutschsprachigen Musikerkreisen auch verbreitet „Preci“ genannt, ist ein elektrisch zu verstärkendes Bass-Zupfinstrument, das vom US-amerikanischen Musikinstrumentenhersteller Fender Musical Instruments entwickelt wurde. Der Precision war bei Markteinführung 1951 der erste E-Bass mit massivem Holzkorpus ohne Resonanzkörper (Solidbody), der industriell in Serie gefertigt wurde. Die namensgebende Besonderheit („Präzision“) bestand in seiner Ausstattung mit Bünden, die eine präzise Intonation erleichtern und eine gitarrenähnliche Spielweise ermöglichen. Der Precision Bass hat sich seit den 1950er-Jahren zu einem weit verbreiteten E-Bass-Modell entwickelt.

Entwicklung des Fender Precision Bass

Der Gründer von Fender Musical Instruments, Leo Fender, hatte Ende der 1940er-Jahre die Idee, neben einer elektrisch verstärkten Gitarre mit massivem Holzkorpus einen ebensolchen Bass zu entwickeln, der möglichst einfach industriell herzustellen sein sollte. Ein solches Instrument sollte außerdem nicht nur leichter als ein Kontrabass zu transportieren sein, sondern auch einfacher zu spielen. Auslöser dieser Idee waren Gespräche Fenders mit arbeitslosen Gitarristen: Viele Gitarristen hätten einen Job als Bassist bekommen können, kamen aber nicht mit einem Kontrabass zurecht. Leo Fender erklärte dazu in einem Interview mit dem Journalisten Tom Wheeler in der US-Fachzeitschrift Guitar Player:

“We needed to free the bass player from the big doghouse, the acoustic bass. [...] Sometimes guitar players would have an advantage if they could have an instrument with frets that would make doubling on bass easier for them.”

(deutsch: „Wir mussten den Bassisten von dieser großen Hundehütte, dem Akustikbass befreien. [...] Manchmal hatten Gitarristen einen Vorteil, wenn sie ein Instrument mit Bünden haben konnten, das es ihnen leichter machte, zusätzlich Bass zu spielen.“)

Da ein gitarrenähnliches Bassinstrument ohne Resonanzkörper eine völlige Neuheit darstellte, musste Fender das Konzept dieses Basses selbst entwickeln, wobei er jedoch Rat und Unterstützung von professionellen Gitarristen und Bassisten bekam. Außerdem stützte er sich bei der Entwicklung des Precision auf die Erfahrungen, die er mit dem 1950 ebenfalls von ihm entwickelten E-Gitarrenmodell Telecaster gemacht hatte. Vom Vorbild Kontrabass sind beim Precision Bass letztlich nur die vier Saiten und deren Stimmung in Quarten auf ,E-,A-D-G übriggeblieben. Der Verkauf des neuen Instrumententyps begann im November 1951, und im März 1953 wurde Leo Fender schließlich ein U.S.-Patent für sein neuentwickeltes Instrument erteilt.

Weitere Entwicklung

1959 wurde der Precision Bass gleichzeitig mit allen anderen E-Gitarrenmodellen von Fender mit einem Griffbrett aus Palisander anstelle des vorher verwendeten Ahorns ausgestattet. Damit hatte das Instrument seine heute als „klassisch“ bezeichnete Erscheinungsform angenommen. Details des P-Bass wurden auch in den folgenden Jahren immer wieder verändert und weiterentwickelt, jedoch ohne dass sich diese weit vom Grundkonzept entfernten. Nach und nach kamen zusätzliche Modelle mit aktiver Elektronik statt der klassischen passiven Elektronik und mit zusätzlichen Tonabnehmern in Stegposition (hauptsächlich Single Coils und Humbucker) sowie Fünfsaiter und Linkshändermodelle auf den Markt. Im Widerspruch zum Anlass für die ursprüngliche Namensgebung „Precision“ erschienen auch bundlose Versionen (Fretless). Am beliebtesten blieb jedoch das weitgehend unveränderte Basismodell aus den späten 1950er-Jahren. Ähnlich wie beim 1961 eingeführten Fender Jazz Bass wurde seit den 1970er-Jahren auf die auf der Korpusdecke angeschraubten Blechabdeckungen über dem Steg und dem Tonabnehmer verzichtet, da sich diese als störend beim Spielen erwiesen und daher von Bassisten meist abmontiert wurden. Erst bei den in den letzten Jahren eingeführten Neuauflagen von Modellen aus den 1950er- und 60er-Jahren werden diese Abdeckbleche der Originalgetreue wegen wieder montiert.

Bedeutung und Erfolg

Der Precision Bass richtete sich bei seiner Markteinführung 1951 an Kontrabassisten und Gitarristen gleichermaßen. Bassisten sollten mit den im Vergleich zum Kontrabass sechsmal kleineren Ausmaßen und dem durchsetzungsfähigeren Klang des Instruments überzeugt werden, Gitarristen mit der einfachen Intonation dank Bünden. Ein erster Artikel der Musik-Fachpresse über das neuartige Instrument erschien Anfang 1952 in der US-Zeitschrift The Music Trade. Nachdem das Instrument zum Preis von 195,50 US-$ auf den Markt gekommen war, hatte es sich jedoch zunächst schleppend verkauft und war in Händler- und Musikerkreisen anfangs skeptisch aufgenommen worden. Durch seine Vorzüge konnte der Precision sich jedoch bald bei Schallplatten-Produktionen und Live-Auftritten als zumindest gleichwertige Alternative zum Kontrabass etablieren.

Quelle: Wikipedia

Tags

Bass-Artikel Fender Precision Bass

Share

Alle Blogposts anzeigen

Schreib den ersten Kommentar.

max. 500 Zeichen
wird nicht veröffentlicht